Auf ins vierte Jahr: Team-up bei Give Something Back To Berlin

dsc_0028In der Ferne sticht das Rote Rathaus aus der Silhouette der Innenstadt hervor. Hier oben, hoch über Neukölln, geht es an diesem Abend irgendwie auch um Politik: um Sozialarbeit, und zwar in der Praxis. Gut 250 Menschen sind zum Team-up von Give Something Back To Berlin (GSBTB) gekommen, um Freiwillige für ihre Projekte zu suchen oder sich selbst in Initiativen einzubringen. „Wir bringen Menschen miteinander in Verbindung“, erläutert GSBTB-Gründerin Annamaria Olsson. dsc_0077„Wir vernetzen Freiwillige mit Hilfsprojekten, Neuankömmlinge mit Nachbarschaften.“ 2008 zog die schwedische Journalistin nach Berlin und merkte: „Selbst als sehr privilegierte Migrantin ist es nicht einfach, in der Gesellschaft Anschluss zu finden.“ 2013 gründete sie eine Plattform für Zugezogene aus der Kreativszene, die sich in Berliner Sozialprojekten engagieren wollen. „Unsere Botschaft ist: Wir Migranten können Teil der Lösung sein“, sagt Annamaria Olsson. „Wenn ihr uns einladet, werden wir zu einer positiven Kraft.“

dsc_0040Wie das geht, wird an diesem ersten Team-up-Abend nach den Sommerferien schnell deutlich. Am Eingang zum Dachgarten des Klunkerkranich heftet sich jeder einen schlichten Klebezettel mit seinem Namen und seinen Interessen ans Shirt, und dann geht es los: Susie kommt aus den USA und sucht Mitstreiter, um in Flüchtlingsunterkünften Selbstverteidigungskurse für Frauen anzubieten. Natalie und Matt aus Kalifornien machen schon Musik in den Unterkünften, brauchen aber Helfer. Andrea aus Italien begleitet das Paint Now!-Bilderprojekt und sucht IT-Kurse für Geflüchtete. Jou aus Aleppo will neue Leute kennenlernen; der junge Syrer wohnt in einer WG in Pankow und ist schon zum vierten Mal beim Team-up dabei.

Aydan Özoguz (li.) und Franziska Giffey (Mi.) im Gespräch

Aydan Özoguz (li.) und Franziska Giffey (Mi.) im Gespräch

Jeder redet mit jedem, Flyer und Visitenkarten werden getauscht. Mittendrin sind auch zwei prominente Politikerinnen: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz und die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey lassen sich von den Ehrenamtlichen berichten, wie ihre Arbeit funktioniert. „Wir brauchen Leute wie Sie. Es ist wichtig, dass Sie Menschen zusammenbringen“, sagt Özoguz in einer Ansprache. Giffey ergänzt: „In Neukölln leben Menschen aus 150 verschiedenen Nationen. Damit das funktioniert, braucht es klare Regeln und Menschen, die Brücken bauen.“

dsc_0069GSBTB organisiert nicht nur Matching-Events, sondern auch neun eigene Projekte, darunter Koch-, Mal- oder Musik-Workshops. Fast 15.000 Ehrenamtliche aus 60 Ländern haben Dutzende soziale Projekte in Berlin unterstützt. Im April 2016 wurde Give Something Back To Berlin mit dem Intercultural Innovation Award der United Nations Alliance of Civilizations und der BMW Group ausgezeichnet. Beworben hatten sich fast 1.000 Initiativen aus 120 Ländern.


Beitrag vom 9. September 2016

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