Schrauben verbindet: Rückenwind e.V. macht mobil!

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v.l.n.r.: Charlotte, Valerie, Leonie, Konstantin, Brenda und Lasse von Rückenwind e.V.

Auch wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, wird drinnen fleißig geschraubt: In der Fahrradwerkstatt von Rückenwind – Fahrräder für Flüchtlinge e.V. herrscht selbst in der Wintersaison reger Betrieb. Und das ist auch notwendig, denn die Liste an Anwärtern und Anwärterinnen für ein frisch repariertes gespendetes Fahrrad ist lang: Rund 400 Geflüchtete warten aktuell auf einen fahrbaren Untersatz, mit dem sie Berlin auf eigene Faust erkunden können.

 

500 Fahrräder für Geflüchtete, das ist das Ziel von Rückenwind für 2017. Um es bewerkstelligen zu können, ist der Verein auf Unterstützung angewiesen. Hier kann man helfen: 500 Fahrräder für 2017

Rückenwind schafft Mobilität und stiftet Gemeinschaft

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Rückenwind-Mitgründerin Leonie Volk

Geflüchtete auf umweltfreundliche Weise mobil machen, ihnen eine Beschäftigung bieten und die Möglichkeit, gemeinschaftlich etwas zu erreichen – das sind die Ziele, die sich Rückenwind e.V. auf die Fahnen geschrieben hat. „Mangelnde Mobilität stellt ein großes Problem für Menschen mit Fluchterfahrung dar, die sich in einer fremden Umgebung neu orientieren müssen. Ein eigenes Fahrrad bedeutet schlichtweg ein Stück Freiheit und ist die beste Möglichkeit, eine Stadt kennenzulernen“, schildert Mitgründerin Leonie Volke die Idee zum Projekt. Vor allem geht es auch um das übergeordnete Thema Integration und Gemeinschaft: Wer Lust hat, kann in der Werkstatt unter fachlicher Anleitung selbst Hand anlegen, Teamgeist erleben und sukzessive immer mehr Verantwortung übernehmen.

Vom Flüchtling zum „Bufdi“

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Siamak (im Bild links) aus dem Iran hat bei Rückenwind e.V. eine neue Aufgabe gefunden

Wie das im besten Fall laufen kann, zeigt der Weg, den Siamak mit Rückenwind e.V. gegangen ist: Der 31-Jährige kam vor anderthalb Jahren aus dem Iran nach Deutschland und stieß per Zufall auf den Verein: Seine Deutschlehrerin hatte bei Rückenwind nach einem Aktionstag für den Sprachkurs angefragt. „Danach ist er noch mit auf eine Fahrradtour gekommen und ist beim Velothonteam mitgefahren. Ihm hat es so gut bei uns gefallen, dass er geblieben ist“, erzählt Leonie. Mit Fahrrädern hatte er in seiner Heimat wenig am Hut – inzwischen ist er nach unzähligen Werkstattstunden fast schon Profi. Seit Dezember hat Siamaks Engagement bei Rückenwind e.V. einen festen Rahmen – für die kommenden zwölf siamac3Monate hat er eine Stelle im Bundesfreiwilligen-dienst, kurz: Bufdi. 20 Stunden pro Woche wird er nun offiziell für den Verein zur Verfügung stehen und dafür auch eine Vergütung erhalten. Obendrein gibt es von Bufdi-Seite ein BVG-Ticket und einen Deutschkurs. Zunächst wird Siamak seine Kenntnisse in der Fahrradmechanik noch weiter vertiefen: Jeden Donnerstag absolviert er gemeinsam mit weiteren Teilnehmern eine entsprechende Schulung. Darüber hinaus unterstützt er an den offenen Werkstatttagen, die er nach der Schulung dann einmal selbst leiten soll. „Und auch sonst ist Siamak einfach immer bei unseren Aktionen mit dabei – er ist ein festes Teammitglied und nicht mehr wegzudenken“, erzählt Leonie Volk.

Integration heißt auch: Erfahrungen teilen

Auch Kinderfahrräder möbelt Rückenwind e.V. auf

Auch Kinderfahrräder möbelt Rückenwind e.V. auf

Rückenwind – Fahrräder für Flüchtlinge e.V. wurde im Herbst 2015 gegründet. Es ging los mit Aktionstagen, an denen alte, reparaturbedürftige Fahrräder gesammelt wurden, und die auf große Resonanz stießen. Nachdem die Idee geboren war, ging es Schlag auf Schlag: Bei „Über den Tellerrand“ hatten sich schnell Leute zusammengefunden, die das Projekt vorantrieben. „Unter anderem lernten wir auch Sven Lager kennen, den Gründer Sharehaus Refugio“, berichtet Leonie Volk. „Über ihn sind wir zu unseren jetzigen Werkstatt- und Kellerräumen gekommen.“ Um die finanziellen Mittel für Miete und weitere Ausgaben aufzutreiben, startete Rückenwind die Crowdfunding-Kampagne Drive4Help. Alle Erfahrungen, die der Verein im Lauf des intensiven ersten Jahres gesammelt hat, will er gerne mit gleichgesinnten Projekten teilen: „Initiativen, die Fragen zu Vereinsgründung haben oder auch zum Thema Bundesfreiwilligendienst haben, können sich gerne an uns wenden. Unser Wunsch ist es, möglichst viel zu bewirken. Das bedeutet auch, Energien bündeln und Wissen weitergeben“, betont Leonie Volk.

Weitere Schrauber gesucht!

Das Kernteam von Rückenwind besteht derzeit aus zwölf Ehrenamtlichen; dazu kommt ein Pool an insgesamt 42 Schraubern und Schrauberinnen. Zwei offene Werkstatttage pro Woche bietet der Verein aktuell regulär an, an denen Geflüchtete gemeinsam mit Mechanikern gespendete, reparaturbedürftige Fahrräder fit für die Straße machen. Um die hohe Nachfrage bewältigen zu können, sollen es mehr werden: „Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach weiteren Freiwilligen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.“

500 Fahrräder für 2017

500 Fahrräder hat Rückendwind im ersten Jahr nach der Gründung im Herbst 2015 repariert und an Geflüchtete vergeben. Das ist auch das Ziel für 2017. Um es bewerkstelligen zu können, ist der Verein auf Unterstützung angewiesen. Hier kann man helfen: 500 Fahrräder für 2017


Beitrag vom 13. Dezember 2016

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